Natur und Landschaft in der Samtgemeinde Barnstorf

Naturäumliche Gliederung und relevante Schutzgebiete

Lage und Verwaltungsgliederung

Die Samtgemeinde Barnstorf liegt im südwestlichen Niedersachsen, im Landkreis Diepholz — etwa auf halber Strecke zwischen Bremen und Osnabrück. Sie setzt sich aus vier Mitgliedsgemeinden zusammen: dem Flecken Barnstorf, der Gemeinde Drebber, der Gemeinde Drentwede sowie der Gemeinde Eydelstedt. Zusammen umfassen sie eine Fläche von rund 205 Quadratkilometern. Durch den Ort Barnstorf fließt die Hunte, die das gesamte Gemeindegebiet entwässert und die Landschaft bis prägt.

Darstellung der Samtgemeinde Barnstorf mit den Teilgemeinden.
Eigene Darstellung auf Grundlage von ©BKG (2025)

Naturräumliche Einordnung

Die Samtgemeinde Barnstorf liegt im Übergangsbereich zweier naturräumlicher Einheiten, die beide zur großen Haupteinheit Ems-Hunte-Geest und Dümmer-Geestniederung gehören (nach Meynen & Schmithüsen et al. 1953–1962, bereitgestellt durch das Bundesamt für Naturschutz).

Den westlichen Teil des Gemeindegebiets (rund ein Drittel der Fläche) nimmt die Cloppenburger Geest ein — eine flachwellige Geestlandschaft im nordwestlichen Niedersachsen, Teil der größeren Ems-Hunte-Geest. Sie zeichnet sich durch sandige, eher nährstoffarme Böden aus, die während der Eiszeiten durch glaziale Ablagerungen entstanden sind. Die Landschaft ist offen und weitgehend ackerbaulich geprägt; die Hunte durchzieht sie von Süden nach Norden.

Den größeren, östlichen Teil (rund zwei Drittel der Fläche) nimmt die Diepholzer Moorniederung ein, die zur Dümmer-Geestniederung gehört. Das Gebiet umfasst 24.000 Hektar Moore, verteilt auf 15 Hochmoore, sowie am Südwestrand den Dümmer und seine Niederung. Im Gebiet wurden und werden noch immer Hochmoore zum industriellen Torfabbau genutzt und entwässert — auch im Gebiet der Samtgemeinde Barnstorf. Heutzutage laufen umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen.

Landnutzung

Die Samtgemeinde wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt — Ackerbau und Grünland prägen das Bild, ergänzt durch aktive Tierhaltung. Der Waldanteil ist gering, jedoch ist die Landschaft durch Feldgehölze reich strukturiert. In der Diepholzer Moorniederung hinterließen Jahrzehnte des Torfabbaus tiefe Spuren: Viele Moorflächen wurden entwässert und kultiviert. Bis heute sind die Moore in entwässert und teilweise abgetorft, bebaut oder land- und forstwirtschaftlich genutzt worden. Gleichzeitig laufen im Umfeld von Barnstorf seit Jahren Renaturierungs- und Wiedervernässungsmaßnahmen — sichtbare Zeichen einer Trendwende im Moorschutz. Unmittelbar westlich von Barnstorf liegt das Große Moor, ein über 3.000 Hektar großes Hochmoorgebiet, das über die Gemeinde und Kreisgrenze bis nach Vechta reicht. Der Flecken Barnstorf ist mit knapp 6.000 Einwohnern das Zentrum der Samtgemeinde und einziger größerer Siedlungskern. Die weiteren Ortschaften liegen weitverteilt im Gemeindegebiet.

Schutzgebiete

Die Samtgemeinde ist von einem dichten Netz an Schutzgebieten umgeben und durchzogen — ein Beleg für den außergewöhnlichen Naturwert dieser Landschaft. Im Folgenden sind alle Schutzgebiete kategorisiert und genannt, die Flächenanteile in der Samtgemeinde Barnstorf haben (Stand 31.05.2026). Über die Links gelanden Sie zu den Schutzgebietsbeschreibungen des Niedersächischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Natura 2000: FFH- und EU-Vogelschutzgebiete

Teile der Samtgemeinde sind Bestandteil europäischer Schutzgebiete nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) und der EU-Vogelschutzrichtlinie — dem europaweiten Schutzgebietsnetz Natura 2000.

Naturschutzgebiete (NSG)

Landschaftsschutzgebiete (LSG)

Über den Link laden Sie die Verordnungstexte der Landschaftsgebiete direkt herunter (Quelle: Landkreis Diepholz)

Naturpark

Die Samtgemeinde Barnstorf liegt vollständig  Naturpark Dümmer, der in den vergangenen Jahren erheblich erweitert wurde. Der 1.152 km² große Naturpark umfasst unter anderem die Dammer Berge, den Dümmer-See sowie insgesamt 15 Hoch- und Niedermoorgebiete. Er bildet den regionalen Rahmen für Naturerlebnis, Umweltbildung und nachhaltige Landschaftsentwicklung.